Kunst und Natur im perfekten Einklang: Die Museum Insel Hombroich
Wer im Rhein-Kreis Neuss nach einem Ort sucht, an dem die Hektik des modernen Alltags komplett abfällt, muss nicht weit reisen. Nur einen sprichwörtlichen Steinwurf von Grevenbroich entfernt, in den weiten Erftauen des Neusser Ortsteils Holzheim, verbirgt sich ein Ort, der weltweit seinesgleichen sucht: Die Museum Insel Hombroich. Wer hier klassische Museumsarchitektur, belehrende Hinweisschilder oder überfüllte Galerieräume erwartet, wird schnell (und überaus positiv) überrascht. Hier gilt ein völlig anderes, radikales Konzept: „Kunst parallel zur Natur“.
Ein Museum ohne Schilder und Zwänge
Das Konzept der Insel Hombroich, das 1982 vom Düsseldorfer Kunstsammler Karl-Heinrich Müller ins Leben gerufen wurde, bricht mit allen Konventionen der klassischen Kunstbetrachtung. Man betritt ein riesiges, verwildertes Landschaftsschutzgebiet, in dem die Natur das Sagen hat.
Das bedeutet in der Praxis:
Keine Didaktik: Es gibt keine Hinweisschilder, keine erklärenden Texttafeln neben den Kunstwerken und keine vorgegebenen Rundwege. Besucher sind eingeladen, sich einfach treiben zu lassen, eigene Entdeckungen zu machen und die Kunst völlig unvoreingenommen auf sich wirken zu lassen.
Wilde Flora und Fauna: Die Wege führen durch dichte Wälder, über weite Wiesen und an verwunschenen Teichen vorbei. Die Natur wird hier bewusst nicht in englische Gärten gezähmt, sondern darf wuchern und sich entfalten.
Begehbare Skulpturen im Grünen
Eingebettet in diese wilde Erft-Landschaft finden sich verstreut mehrere Ausstellungspavillons. Diese Gebäude – entworfen von dem Bildhauer Erwin Heerich – sind selbst absolute architektonische Meisterwerke. Die minimalistischen Backsteinbauten kommen ganz ohne künstliche Beleuchtung aus. Die Kunstwerke im Inneren werden ausschließlich durch das einfallende Tageslicht in Szene gesetzt, was je nach Wetter und Tageszeit für eine völlig neue Atmosphäre sorgt.
Entschleunigung bei Brot und Äpfeln
Ein weiteres charmantes Detail, das den Ausflug auf die Insel Hombroich so besonders macht, ist die hauseigene Cafeteria. Im Eintrittspreis ist eine kleine, regionale Stärkung bereits inbegriffen. An langen Holztischen können sich die Besucher mit frischem Graubrot, Schmalz, regionalem Apfelkraut, Pellkartoffeln und Äpfeln versorgen. Diese bewusste Rückbesinnung auf einfache, ehrliche Lebensmittel passt perfekt zum erdenden Konzept der gesamten Anlage und lädt zu entspannten Gesprächen mit anderen Besuchern ein.
Grevenbroich online meint...
Die Museum Insel Hombroich ist weit mehr als nur ein Ausflugsziel für Kunsthistoriker; sie ist ein therapeutischer Rückzugsort für die Seele. Auch wenn sie offiziell zu Neuss gehört, ist sie für die Menschen aus Grevenbroich und der gesamten Region ein unschätzbares kulturelles Juwel direkt an der Erft.
Wer bereit ist, sich auf das Konzept „Kunst parallel zur Natur“ einzulassen, sein Smartphone in der Tasche zu lassen und den Erklärungsdrang klassischer Museen abzulegen, erlebt hier Stunden tiefer Entspannung und Inspiration. Es ist ein Ort, der uns lehrt, wieder genauer hinzusehen – auf die Meisterwerke der Kunst ebenso wie auf die zeitlose Schönheit der Natur.
Infos
Insel Hombroich
Minkel 2
41472 Neuss
Öffnungszeiten:
Mo.–So.: 10–17 Uhr